Der Irrtum
Nein! Es handelt sich NICHT um diesen friesischen „Nationalsport“! Das Spiel heißt „Boßeln“, spricht
sich mit einem langen „o“ und schreibt sich mit einem „scharfen s“. Dabei wird eine Holz- oder Plastikkugel von zwei
Mannschaften entlang einer festgelegten Wegstrecke geworfen. Die Mannschaft, die die wenigsten Würfe dazu braucht, hat gewonnen.
|
Bosseln - der Sport
Das Bosseln (mit kurzem „o“ und zwei stimmlosen „s“) ist ein Mannschaftssport, vergleichbar mit dem Eisstockschießen.
Während Eisstockschießen jedoch auf einer Eisbahn stattfindet, ist Bosseln ein Hallensport.
Das Sportgerät
Die Bossel (Ja, das Sportgerät ist weiblich!) besteht aus einem abgeflachten, halbkugeligen Körper mit einem geschwungenen Handgriff von
20 cm Länge. Ihr Gewicht beträgt ca. 4,5 Kg.
Die Bodenscheibe der Bossel hat einen bis zum Scheibenrand gleichmäßigen Bürstenbesatz von
ca. 1,8 cm Höhe.
Der Handgriff einer Bossel ist mit einem grünen oder weißen Farbring gekennzeichnet. So kann
deutlich unterschieden werden, welche Mannschaft wo ihr Spielgerät platziert hat.
Die Daube ist ein roter Holzwürfel mit einer Seitenlänge von 10 cm.
Das Spielfeld
Das Spielfeld ist 16 m lang und 2 m breit und besteht aus einer Wurfbahn (12 m lang x 2 m breit) und einem Zielfeld ( 4 m lang und 2 m breit).Genau
in der Mitte des Zielfeldes befindet sich ein Kreuz. Hier wird zu Beginn eines jeden Durchganges die Daube gelegt.Der Abwurfraum ist der Wurfbahn vorgelagert
und schließt mit der Grund-oder Abwurflinie an die Wurfbahn an. Er gehört nicht zum eigentlichen Spielfeld.

Die Mannschaften
Jede Mannschaft besteht aus einem Spielführer und 3 Spielern.
Der Spielführer einer jeden Mannschaft seht an der oberen Zielfeldbegrenzungslinie (ohne aber das Zielfeld zu betreten), legen vor Spielbeginn
die Reihenfolge der Werfer fest und beobachten den Spielverlauf.
Die Werfer stehen neben dem Abwurfraum. Nur der Werfer, der zur Ausführung seines Wurfes an der Reihe ist, darf hierzu den
Abwurfraum betreten. Jeder Spieler hat nur einen Wurf.
Sinn des Spiels
Die Spieler versuchen mit gezielten Würfen ihre Bosseln möglichst nahe an die im Zielfeld liegende Daube heranzubringen.
Dabei ist es erlaubt, mit dem eigenen Wurf gegnerische Bossel aus dem Zielfeld herauszustoßen oder die Daube innerhalb des Zielfeldes in eine
für den Gegner ungünstige und für die eigene Mannschaft günstige Stellung zu bringen.
Alle Bosseln im Zielfeld erhalten Wurfpunkte. Gewonnen hat die Mannschaft, die in einem Durchgang/Spiel die meisten Punkte erzielt hat.
Die Spielregeln
Es treten 2 Mannschaften gegeneinander an.
Die Spielführer einer jeden Mannschaft benennen zu Beginn des Spiels ihre Spieler und legen fest, in welcher Reihenfolge sie ihre Würfe ausführen.
Es werden pro Spiel 6 Durchgänge gespielt, wobei der 1. Durchgang vom ersten Werfer der Mannschaft Weiß (.. die mit den weißberingten
Bosseln) begonnen wird.
Die nächsten Würfe erfolgen im Wechsel von Grün und Weiß, wobei jeder Spieler nur einen Wurf hat. Danach ist der 1. Durchgang
beendet und es erfolgt die Wertung des Durchganges (siehe unten).
Ein Spiel hat 6 Durchgänge und Sieger ist die Mannschaft, die die meisten Punkte für sich gewinnen konnte.
Der Wurf
Der Wurf der Bossel erfolgt aus dem Stand oder mit Anlauf.
Die Bossel kann auf der Wurfbahn oder im Abwurfraum vor der Wurfbahn aufgesetzt werden. Die Begrenzungslinien dürfen dabei von der Bossel
berührt werden.
Der Wurf ist regelgerecht ausgeführt, wenn die Bossel auf dem Büstensatz gleitet, ohne sich zu überschlagen oder zu rollen.
Im letzteren Fall sind die Würfe ungültig.
Durch eine regelgerecht ins Zielfeld gleitende Bossel dürfen bereits im Zielfeld stehende Bosseln und die Daube verschoben werden.
Die Strategie des Spiels besteht darin
innerhalb eines Durchganges die eigenen Bosseln im Zielfeld zu platzieren und entweder die gegnerischen Bosseln in möglicht weiten Abstand von der
Daube zu halten oder sie aus dem Zielfeld herauszuschießen.
Die Wertung
Die Wertung erfolgt durch Vergabe von Wurf- und Spielpunkten.
Nach jedem Durchgang erhält die Bossel im Zielfeld, die der Daube am nächsten steht, 2 Wurfpunkte. Alle anderen Bosseln erhalten nur einen Punkt.
Nach Spielende werden die Wurfpunkte der 6 Durchgänge zusammengezählt. Sieger ist die Mannschaft mit der höchsten Wurfpunktzahl.
Sie erhält 2 Plusspielpunkte.
Die Siegerehrung
Wie in jeder anderen Sportart ist auch hier die Einnahme von Dopingmitteln vor und während des Spiels strickt verboten und auch nach dem
Turnier sowie bei der Siegerehrung auf gesellschaftsfördernde „Anabolika“ beschränkt.
Abschließende Bemerkung:
Dadurch, dass der Anlauf keinen direkten Einfluss auf den Wurf nimmt, sondern eher im Ermessen des Werfers liegt, ist es ein idealer Mannschaftssport
in dem sowohl Gehbehinderte, wie Rollstuhlfahrer wie Nichtbehinderte gleichermaßen aktiv sein können.
....und Spaß macht´s auch.
Probieren Sie es bei uns einmal aus, und sie werden uns zustimmen:
Bosseln ist sportlich, unterhaltsam, aber leider viel zu wenig bekannt.
So sah es früher aus...
|